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VX ONE bei der Potsdamer Kanne – Premiere im Potsdamer Yachtclub
Die VX ONE war erstmals bei der Potsdamer Kanne im Potsdamer Yachtclub (PYC) zu Gast – und die Premiere hätte kaum besser laufen können. Ein wunderschönes Gelände, hervorragende Infrastruktur, sehr feines Essen und eine Organisation, bei der vom Slippen und Kranen bis zum letzten Start alles problemlos funktionierte. Dazu ein ordentliches Segelprogramm, anspruchsvolle Bedingungen und jede Menge Action auf dem Wasser.
Die Potsdamer Kanne ist eine Traditionsregatta und wurde gemeinsam mit Drachen, H-Booten und J/80 ausgetragen. Rein vom Speed her fällt die VX ONE zwischen den klassischen Kielbooten natürlich etwas aus dem Konzept. Die Wettfahrtleitung (WFL) sah das allerdings ausgesprochen positiv: Die kleinen Gennaker-Raketen machen optisch einiges her und bringen ordentlich Bewegung auf die Bahn. Auch bei einer J/80-Crew kam das Konzept offenbar gut an – nach der Regatta wurde sich überaus neugierig umgeschaut, ein Probesegeln ist bereits in Planung.
Viel Wind, viele Dreher und ein langer Weg zum Start
Der Weg vom Hafen zum Startgebiet war nicht gerade kurz, wer pünktlich an der Linie sein wollte, musste entsprechend früh los.
Am Samstag lagen die Windgeschwindigkeit zwischen 12 und 15 Knoten, dazu Böen mit bis zu 28 Knoten. Am Sonntag legte der Wind noch einmal deutlich zu und pendelte permanent zwischen 15 und 20 Knoten. Für die leichteren Crews - mal wieder - ein leichter Nachteil. Zusätzlich war der Wind ausgesprochen drehend. Nicht extrem stark, aber dafür gefühlt alle zwei Minuten.
Die WFL des PYC koordinierte die vier Klassen gleichzeitig auf der Bahn wunderbar, alles funktionierte bestens.Mitunter wurde es für die VX ONE trotzdem etwas spannend: Auf dem ersten Downwind konnte schon einmal eine regelrechte Wand aus H-Booten auf einen zukommen. Die Sorge war jedoch meist unbegründet. Die H-Boot-Crews verhielten sich ausgesprochen rücksichtsvoll und wendeten nicht nur einmal frühzeitig weg, um die kleinen Flitzer passieren zu lassen.
Weniger entspannt war es leider mit einigen Freizeitseglern, Motorbootfahrern oder Wingfoilern. Mehr als einmal wurden Boote im Regattageschehen ohne Grund stark behindert, wie beispielsweise 20 Meter vor der Luvtonne zum abfallen gezwungen. Besonders interessant wurde es, wenn Wingfoiler, die sich permanent rund ums Startschiff aufhielten rund 50 Meter mittig vor dem Leegate vom Brett fielen während vier Gennakerboote mit Volldampf auf sie zukamen. Dagegen waren die Party-Schiffe und die schwimmenden Grillstationen harmlos.
Nachwuchs an Bord
Eine besonders schöne Geschichte schrieb an diesem Wochenende der Nachwuchs.
Bernhard mit der GER210 hatte spontan doch noch Zeit, an der Regatta teilzunehmen – allerdings fehlte ihm zunächst eine Crew. Da Sven und Thomas mit der GER305 ohnehin ihre Töchter mit nach Berlin genommen hatten, wurden kurzerhand zwei neue Crews zusammengestellt.
Bernhard segelte gemeinsam mit seinem Sohn Lennart (10) und Thomas' Tochter Helena (13). Sven und Thomas nahmen dafür Sven's Tochter Alina (14) mit an Bord – für sie war es tatsächlich das erste Mal überhaupt, dass sie ein Segelboot betrat.
Alle drei machten ihre Sache großartig und hielten tapfer durch: Am Samstag standen vier Wettfahrten mit jeweils drei Runden auf dem Programm, bei permanenten 4-5 Windstärken eine wirklich harte körperlicher Arbeit an Bord. Die Jugend war am Abend nur müde, die Erwachsenen oft in deutlich schlechterem Zustand! *LOL*
Kopf-an-Kopf an der Spitze
An der Spitze wurde richtig gekämpft. Rocky Schmidt, mehrfacher Weltmeister im 470er, war mit David Henning auf der GER225 unterwegs und ist es in seinem Heimatrevier durchaus gewohnt, vorneweg zu segeln.
Doch Thomas und Sven haben für diese Saison die Plätze getauscht: Thomas sitzt nun an der Pinne und lässt Sven schuften. Offenbar funktioniert die neue Aufgabenverteilung ziemlich gut - gemeinsam mit Alina warfen sie sich in den direkten Zweikampf mit Rocky und David.
Es entwickelte sich ein permanentes Hin und Her. Überholmanöver, Gegenangriffe und taktische Entscheidungen wurden teilweise auf engstem Raum ausgetragen. In der dritten Wettfahrt war die Kalkulation für die Süddeutschen allerdings etwas zu knapp. Eine Untiefe im Uferbereich war ihnen unbekannt – Rocky vor ihnen hatte die Stelle ebenfalls sehr knapp passiert. Thomas, Sven und Alina erwischte es unter Gennaker mit ordentlich Schwung: Die VX ONE steckte tief im Schlick.
Erst die Wasserwacht konnte das Team wieder befreien. Und als wäre das noch nicht genug, zog sich Alina dabei auch noch einen ordentlich blutenden Finger zu. Entmutigen ließ sie sich davon allerdings nicht. Trotz allem ging es noch in die vierte Wettfahrt – und dort holte sich das Team tatsächlich den ersten Sieg.
Sonntag: Zwei weitere Siege und der Gesamterfolg
Davon beflügelt folgte am Sonntag ein kaum enden wollender Zweikampf zwischen Rocky/David und Thomas/Sven/Alina.
Die „Auswärtigen“ konnten dabei noch zwei weitere erste Plätze einfahren und sicherten sich damit die Gesamtführung. Punktgleich, aber mit einem Sieg weniger, mussten sich Rocky Schmidt und David Henning als Lokalmatadoren diesmal „nur“ mit Platz zwei begnügen.
Auf Rang drei landeten Helge Koch und Iris Kamml. Die beiden sammeln inzwischen im vierten Jahr Regattaerfahrung – und langsam scheint tatsächlich eine leichte Lernkurve erkennbar zu sein.
Genau das ist eine der schönen Eigenschaften der VX ONE: Auch komplette Rookies fahren nicht automatisch meilenweit hinterher. Trotz teilweise deutlicher Unterschiede in Erfahrung und/oder Training bleibt das Feld eng zusammen. Auch wer neu dabei ist, darf durchaus schon einmal vorne vorbei schauen.
Das bewies auch Team onecé eindrucksvoll. Bernhard, Helena (13) und Lennart (10) konnten sich trotz Nachteil bei Gewicht und reiner Muskelkraft zwei dritte Plätze sichern und beendeten die Regatta insgesamt auf Rang vier, großartig! Und gleichzeitig ein schöner Beweis dafür, wie sicher, einfach und vielseitig die VX ONE ist.
Eine gelungene Premiere
Die erste VX ONE-Regatta im Potsdamer Yachtclub war damit rundum gelungen. Sportlich gab es anspruchsvolle Bedingungen und spannende Zweikämpfe, an Land eine gemütliche Atmosphäre und auf dem Wasser eine sehr professionelle Organisation.
Ein großer Dank geht an Axel Stegner (GER193) für die Idee und Umsetzung, uns in den PYC zu bringen, ist der Wannsee doch die Heimat von acht VX ONE.
Und ein ganz besonderer Dank an die großartige Land- und Wassercrew sowie die Wettfahrtleitung des PYC: Wir haben uns bei euch ausgesprochen wohlgefühlt.
Wir kommen sehr gerne wieder. Und wer weiß – vielleicht ja beim nächsten Mal gleich mit einem etwas größeren VX ONE-Event.

