VX ONE Klassenvereinigung Deutschland

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VX ONE Int. European Open 2025 bei der Rheinwoche

07. JUN 2025

Das deutsche VX ONE-Jahr hat mit einem richtig lauten Paukenschlag begonnen! Nicht nur, das wir an der Rheinwoche teilgenommen, und damit die Moderne in die Traditionsregatta eingebracht haben. Nein - wir holten uns gegen 100 bunt gemischte Boote gleich BEIDE Gesamtsiege in die Klasse: schnellste gesegelte Zeit überhaupt UND schnellstes Boot vor Allen nach Yardstick-Korrektur, was für ein Wahnsinn! Selbst die Asso 99 (YS 84) von Prinz Luitpold von Bayern konnten wir schlagen, und zwar in Realzeit, nicht nur nach Yardstick!

Aber nochmal langsam und von vorne...

Die Rheinwoche, normalerweise eine Langstrecken-Talfahrt, wurde zum 125-jährigen Jubiläum des Segelclub Rheingau e.V. und des Kölner Yachtclub e.V. ausnahmsweise als stationäre Regatta ausgeschrieben und vor Walluf am Rhein, dem Heimatort des SCR durchgeführt. Und da bereits zwei VX ONE ihre Heimat in diesem Club gefunden haben, ergab sich die Chance dort die VX ONE Int. European Open 2025 durchzuführen. Ein großes Spektakel mit hunderten Besuchern, Livemusik, prominenten Gästen und viel rheinischem Wein.

Da für die hauptsächlich startenden Fahrtenyachten andere Kurse gelegt werden als für uns, wurde das Feld vormittags getrennt und die VX ONE segelte parallel mit der Tempest-Klasse Up-and-Down-Kurse. Für Nachmittags war dann eine Langstrecke nach Yardstick gemeinsam mit dem 109 Boote starken Rheinwoche-Starterfeld angesagt. Diese wurde sowohl in die Euro eingerechnet, als auch in die offizielle Rheinwochen-Wertung.

Nachdem am Freitag die letzte VX ONE endlich um 23 Uhr am Anleger festgemacht hatte war die Flotte mit acht Booten komplett. Diesmal haben zwei Crews aus Nordengland die lange Anreise in Kauf genommen, was uns natürlich besonders freut. Ein zahlreicher Gegenbesuch nächstes Jahr für die Euro in England ist fest eingeplant. 
Alle genossen die Party und die gute Verpflegung im SCR uns warteten gespannt auf den nächsten Morgen - es war sehr viel Wind angesagt. Bei der Steuerleute-Besprechung wurde dies bestätigt, es rollte eine Regenfront heran, die Böen mit bis 28 Knoten bringen sollte. Dazu kommt die für die meisten Teilnehmer neue Situation, auf einem Fluss mit ca. 5 Knoten Strömungsgeschwindigkeit zu segeln, der der Wind aus Westen genau entgegen steht. Sprich, auf der Kreuz mit dem Strom, Downwind dann gegen den Strom. Dies lässt einen an der Anzeige des Knotenmessers zweifeln, plötzlich segelt man Am Wind locker mit 10 Knoten und mehr, während man in voller Gleitfahrt unter Gennaker auch nicht mehr auf die Uhr bekommt. Alles sehr ungewohnt.

Am Eindrucksvollsten war die im Briefing bereits angekündigte Verkehrs-Schifffahrt - Verbände von Container- und Schwerlast-Schiffen von bis zu 190 Metern länge kreuzten wie fahrende, schwarze Wände fast permanent durch das gesamte Regattafeld. Diese können weder ausweichen noch bremsen, selbst wenn sie wollten. Und so starteten wir mit großem Respekt in den ersten Tag. Und das - wie sich zeigen sollte, zu recht.

Bei fast durchgehenden 5 Windstärken hatten die Zweierteams wirklich zu kämpfen. Nicht nur die Halsen bargen ein Risiko, selbst auf Am-Wind-Kurs lagen sie immer wieder kurzzeitig flach. Nach einigen Beinahe-Kontakten mit dem felsigen Ufer oder, noch schlimmer, den Monster-Schiffen, entschieden sich ein paar, am Nachmittag nicht zu starten um Mensch und Material nicht zu gefährden. Die Schifffahrt zwingt einen ins Manöver, ob es gerade passt oder nicht spielt keine Rolle. Ein Fehler kann immer passieren, auch ein technischer Defekt, ein Wurli-Steg im Fall.  Doch der Preis auf dem Rhein ist nicht nur, nass zu werden und die Anderen vorbei ziehen zu lassen. Ein sonst kleines Problem an der falschen Stelle kann sehr böse enden.

Doch es verblieben genug Teams um die Klasse am Nachmittag in der Langstrecke publikumswirksam zu vertreten. Für die Besucher der Rheinwoche waren wir spektakuläre Rennmaschinen, die in Startgruppe 0 vor allen Anderen über die Linie geschickt wurden. Und auch als solche ins Ziel einliefen, doch durch die zeitversetzten Starts der Gruppen und die unterschiedlichen Yardstick-Zahlen blieb es spannend. Am Samstag Abend war klar, im Zwischenergebnis liegen die VX ONE sehr weit vorne - sieben Schiffe unter den ersten 13.
Da für Sonntag dann Böen von über 40 Knoten vorausgesagt waren, bildeten sich für diesen Tag nur noch 4 VX ONE Teams in etwas neuer Besetzung. Die Mannschaften wurden aufgestockt, ein gechartertes Boot blieb aus Rücksicht auf den Eigner an Land. Das verbliebene Feld kämpfte sich im wahrsten Sinne des Wortes durch den Tag und bescherte den Zuschauern an der Ziellinie ein imposantes Finale der Rheinwoche: Mit der leuchtenden Abendsonne im Rücken rauschten vier bunte Gennaker um die letzte Flussbiegung und zeigten in aufsehenerregender Gleitfahrt den Leuten ihre Alu-Schwerter bis in die Hafenbucht hinein. Danach kam - erst mal eine Weile nichts. Und dann die Asso99, rein rechnerisch mit einer Verspätung von fast 12 Minuten - umringt von einer Flotte Tempest, der wir an dieser Stelle unseren Respekt aussprechen wollen, gut mitgehalten!

Jörg Fleischer, seit vielen Jahren im SCR beheimatet, startete mit großem Heimvorteil und daher als eindeutiger Favorit. Diese Erwartungen erfüllte er mit Bravour, doch die Konkurrenz schläft nicht, das englische Team um Mike Mattews konnte immerhin zweimal als Erster über die Ziellinie fahren. Und am Montag, bei moderaten Winden zwischen 10 und 15 Knoten waren wieder alle Teams am Start, die Ergebnisse wurden nochmal kräftig durchgewürfelt. Insgesamt lesen sich die Rundenergebnisse wie in der VX Klasse VX häufig, sehr gemischt, was die Rennen bis zum Schluss sehr spannend hält.
 
Am Ende waren in diesem speziellen Revier die Lokalmatadore Jörg Fleischer, Ralf Höhler und Jesper Fleischer nicht zu schlagen. Sie holten sich nach 8 Wettfahrten nicht nur den Pokal der VX ONE Int. European Open 2025, sondern auch das blaue Band für das schnellste Schiff der Langstrecke UND das hellblaue Band als schnellstes Schiff nach Yardstick. Den zweiten Platz der Int. European Open  sicherte sich das englische Team von Mike Matthews in wechselnder Besetzung mit Elpeth Keating, David Matthews und John McAfee. Platz drei belegte das Berliner Team von Bernhard Kämpf mit Wilhelm Wutzler und Konstantin von Holtum.

Die VX ONE Klassenvereinigung Deutschland bedankt sich beim Segelclub Rheingau für die Einladung und die tolle Organisation, bei unserem tollen Wettfahrtleiter Timo Laukhardt und bei ihrer wunderbaren Flotte. Danke euch allen - wieder einmal - für diese einmalige Zeit im Seglerhimmel: fairer Sport, Abenteuer, Hilfsbereitschaft und - so viel herzliches gemeinsames Lachen! Wir sind uns sicher: die Gemeinschaft wird nicht das letzte Argument sein, warum sich immer mehr Menschen für unser "bestes Boot der Welt" entscheiden werden.